Wolfgang Heilmann

Wolfgang Heilmann wurde 1930 in Niederschlesien geboren und im Zuge des Kriegsendes nach Westdeutschland ausgewiesen. Nach dem Abitur 1951 in Alfeld/Leine begann er als Werkstudent ein Studium der Volkswirtschaftslehre und der Philosophie in Frankfurt a.M. und Tübingen, wo er 1956 sein Examen als Diplom-Volkswirt ablegte und 1959 mit einer Arbeit über die „Sozialutopien der Neuzeit“ bei Hans Peter promovierte. Nach Tätigkeiten bei der IBM Deutschland in Stuttgart und der Maschinenfabrik Gustav Wagner in Reutlingen, machte er sich 1964 als Berater für maschinelle Datenverarbeitung selbständig.

INTEGRATA

Die von ihm zunächst als „Arbeitsgemeinschaft für integrierte Datenverarbeitung“ gegründete und als Mitarbeiter-Gesellschaft geführte INTEGRATA entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer der führenden Beratungsgesellschaften im deutschsprachigen Raum. 1989 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, die Heilmann über zehn Jahre als Vorstandsvorsitzender leitete und zu einer Unternehmensgruppe mit den Tochtergesellschaften INTEGRATA Training AG und INTEGRATA Unternehmensberatung sowie INTEGRATA International mit dem Sitz in der Schweiz ausbaute. Die Schulungsgesellschaft INTEGRATA Training AG ist seit 1997 an der Stuttgarter Börse notiert. Im Juli 1998 hat die französische UNILOG die Aktien der INTEGRATA übernommen, die damit zur UNILOG-Gruppe gehörte.

Wissenschaftlicher Werdegang und Verdienste

Neben seinem unternehmerischen Engagement war Wolfgang Heilmann immer auch die Förderung der Künste ein besonderes Anliegen. Mit seiner Idee der Konzert-Vernissagen, die beinahe zwei Jahrzehnte in der INTEGRATA veranstaltet wurden, hatte er eine Einrichtung geschaffen, die fest in die Firmenaktivitäten eingebunden war.

In Anerkennung seiner unternehmerischen und sozialen Verdienste wurde Wolfgang Heilmann 1995 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Schon im Jahre 1968 hatte Wolfgang Heilmann eine „Schriftenreihe für integrierte Datenverarbeitung“ ins Leben gerufen. In dieser stellte er in der Folgezeit mehr als fünfzig Werke, insbesondere zu Fragen der Anwendung des neuen Mediums der Datenverarbeitung vor, darunter einige eigene Arbeiten. So legte Wolfgang Heilmann bereits 1987 die weltweit erste Monographie zum Thema Teleprogrammierung vor, in der er über tausend Telearbeitsplätze für Programmierer in den USA, England, Deutschland und der Schweiz untersucht und Vorschläge zur Gestaltung dieser Verfahrensinnovationen gemacht hat.

Neben dieser und seiner unternehmerischen Tätigkeit war Wolfgang Heilmann als Lehrbeauftragter und Dozent an der Universität Tübingen (1965 – 1973) und der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Stuttgart (1965 – 1980) tätig. Gastprofessuren führten ihn an die Tongji Universität, Shanghai, die Technische Universität Dresden und die Lomonossow Universität, Moskau. 1999 erfolgte die Bestellung zum Honorarprofessor an der Universität Karlsruhe mit einem Lehrauftrag für Telearbeitsprozesse und virtuelle Organisationen.

Integrata-Stiftung

Im gleichen Jahr (1999) errichtete er als Alleinstifter die Integrata-Stiftung für humane Nutzung der Informationstechnologie, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Lebensqualität aller Menschen durch den Einsatz der Informationstechnologie zu verbessern. Der Wolfgang-Heilmann-Preis für humane Nutzung der Informationstechnologie ist mit 10.000 Euro dotiert und wird für herausragende Vorschläge zur Verbesserung des Computereinsatzes in unserer Gesellschaft verliehen.